Kommunikation / Organisation

Verlässliche Kommunikationsformen, die für alle zugänglich sind, wirken im Schulalltag für alle Beteiligten entlastend. Kommunikation und Austausch sollten auch im Sinne von Feedback zu Lern- und Leistungsentwicklung stattfinden.

Unser Praxisbeispiel zeigt im Kontext Kommunikation / Organisation den Weg von einer Zielformulierung hin zum Erreichen eines Schulentwicklungsziels. Dies soll darin unterstützen, die eigene Zielformulierung zu konkretisieren und darauf aufbauend die Handlungsplanung auszugestalten. Der Prozess der Qualitätsentwicklung im Sinne eines Qualitätszyklus kann so nachvollzogen und umgesetzt werden.

Qualitätszyklus am Beispiel „Kommunikation / Organisation“

Analyse der Ausgangslage

• Auseinandersetzung mit der Checkliste zur lernförderlichen Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht
• oder: Evaluation (z.B. Befragung) zum Ist-Stand einzelner Items in diesem Kontext hat stattgefunden
• Schulentwicklungsvorhaben wird daraus abgeleitet

Items der Checkliste:

B 1Vereinbarungen der Lehrerinnen und Lehrer sowie des weiteren pädagogischen Personals gewährleisten die pädagogisch-didaktische Begleitung der Kinder auch in Phasen des Distanzunterrichts.
B 2 Ziele und Maßnahmen der Förderpläne berücksichtigen sowohl die Situation des Präsenz- als auch des Distanzunterrichts.
C 1 – Die Versorgung der Kinder mit Lehr- und Lernmitteln für den Distanzunterricht ist sichergestellt.
C 2 – Es gibt Vereinbarungen dazu, wie Aufgaben- und Materialpakete strukturiert sind.
C 3 – Die Dauer der Lernzeit der Kinder im Distanzunterricht ist im Kollegium vereinbart.

Entwicklung einer gemeinsamen Perspektive

Zielformulierung konkretisiert das Schulentwicklungsvorhaben

Kinder lernen in verschiedenen Unterrichtsszenarien erfolgreich (weiter). Sie verfügen im Distanzunterricht über notwendige und lernförderliche Lernmittel. Kinder und Eltern kennen die Vereinbarungen zur Lernzeit im Distanzunterricht

Indikatoren zur Zielerreichung (später Wiederaufnahme in Evaluation)

Verbindliche Absprachen über Unterrichtsinhalte, Materialien und Organisation des Distanzunterrichts sichern das Arbeiten und den Lernerfolg der Kinder. Dabei sind digitale und/oder analoge Formate berücksichtigt worden. Die tägliche Arbeitszeit für die Kinder in der Schuleingangsphase und in den Jahrgängen 3 und 4 ist festgelegt und allen Beteiligten transparent vermittelt und mitgeteilt worden.

Handlungsplanung | Arbeitsschritte

Was?
• wichtige Arbeitsschritte (Vereinbarungen bzgl. Strukturierung von Aufgaben- und Materialpaketen, Dauer der Lernzeit, vereinbarte Wege zur Versorgung der Kinder mit Lehr- und Lernmitteln) und Etappen definieren
• Dokumentation der Handlungsplanung z.B. in einer Übersicht

Von wem?
• Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten klären und festhalten
• in Lehrerkonferenz zum Konsens finden in Bezug auf Rahmenbedingungen – Fächer, Auswahl der Unterrichtsvorhaben, Definition der Methoden, um gleichsinniges Verständnis zu erzeugen
• Information und Einbeziehen der Eltern

 Bis wann?
• Zeitrahmen fest vereinbaren – für Arbeitsschritte, Etappen, Evaluation

Umsetzung auf Grundlage der Handlungsplanung

• in Lehrerkonferenz zum Konsens finden: verbindliche Vereinbarungen bzgl. Strukturierung von Aufgaben- und Materialpaketen, der Dauer der Lernzeit, gemeinsam vereinbarte Wege zur Versorgung der Kinder mit Lehr- und Lernmitteln
• möglicherweise jahrgangs- / fachspezifische Vereinbarungen treffen
• Unterrichtsplanung in Jahrgangs- und Fachteams
• Absprachen bzgl. Versorgung der Kinder mit Material, Dauer der Lernzeit etc. in konkreter Unterrichtsplanung beachten
• Welche digitalen und analogen Formen des Lernens sind vereinbart worden? Diese müssen verbindlich aufgegriffen werden, nachdem sie von den Kindern eingeübt wurden.

Evaluation (Aufgreifen der Indikatoren)

• Rückkopplung aus Jahrgangsteams, Fachteams
• Befragung der Kinder und Eltern u.a. dazu: Ist das Material zum erfolgreichen Lernen in Distanz geeignet? Welche / wie viel Unterstützung benötigen die Kinder? Ist der zeitliche Umfang angemessen?

Items für Lehrerinnen und Lehrer
• Wir haben im Team gemeinsam geplant.
• Wir haben alle wichtigen Informationen an die Eltern weitergegeben.
• Wir haben feste Absprachen zur Struktur der Materialpakete, zu den benötigten Materialien und zu den Lernzeiten.

Items für Eltern
• Mein Kind erhält von der Schule Aufgaben und benötigtes Material.
• Es gibt einheitliche Vorgaben zur Lernzeit im Distanzunterricht.
• Ich weiß, wie die Lehrerin damit umgeht, wenn Aufgaben nicht geschafft werden.

Items für Kinder
• Ich kann zuhause gut weiterlernen, denn ich habe Material und Aufgaben von der Schule bekommen.
• Ich weiß, wie lange ich üben und lernen soll. Diese Lernzeit passt zu meinen Aufgaben und wird mir nicht zu lang.

Verankerung

neue Praxis verbindlich ins Schulprogramm aufnehmen und bewahren | pädagogische Praxis sichern | Ziel wird nun zum festen Element gelebter Schulkultur

• Ausarbeitung des Konzepts zur Individuellen Förderung bzw. des Distanzlernens
• Abgleich mit dem Schulprogramm
• Verankerung im Konzept zur Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht bis Schuljahresende
• Einpflegen in das Schulprogramm
• erreichtes Ziel als Ausgangspunkt für Weiterentwicklung, konkret: Erweiterung des Methodencurriculums: Welche Methoden sind geeignet für das Distanzlernen? Aufgreifen im folgenden Schuljahr

was | wer | bis wann
Arbeitsschritte (Was)Verantwortlichkeit (Wer)Termin (Bis wann)
in Lehrerkonferenz zum Konsens finden: verbindliche Vereinbarungen bzgl. Strukturierung von Aufgaben- und Materialpaketen, der Dauer der Lernzeit, gemeinsam vereinbarte Wege zur Versorgung der Kinder mit Lehr- und LernmittelnSchulleitung, Lehrer*innen, päd. Mitarbeiter*innenLehrerkonferenz im April / mit Beginn der Schulschließung
möglicherweise jahrgangs- / fachspezifische Vereinbarungen treffenLehrer*innen in Jahrgangsteamsin integrierter bzw. sich anschließender Teamzeit
Information der Eltern und der päd. Mitarbeiter*innenSchulleitung, Lehrer*innenunmittelbar im Anschluss an die Lehrerkonferenz
Vereinbarungen bzgl. Versorgung der Kinder mit Material, Dauer der Lernzeit etc. in konkreter Unterrichtsplanung beachtenLehrer*innenspätestens nach zwei Wochen, danach fortlaufend
Unterrichtsplanung in Jahrgangs- und FachteamsLehrer*innenfortlaufend
Welche digitalen und analogen Formen des Lernens sind vereinbart worden? Diese müssen verbindlich aufgegriffen werden, nachdem sie von den Kindern eingeübt wurden; worüber verfügen die Kinder bereits (Verweis: bestehendes Methodenkonzept)?fortlaufend, Einpflegen in Material, Arbeitspläne, Infos an die Eltern
Einüben der digitalen und analogen Formen des Lernens: Was kann in Distanz vermittelt werden? Was kennen die Kinder aus dem Präsenzunterricht?Lehrer*innenin fortlaufender Unterrichtsplanung
Aufgreifen in Lehrerkonferenz; Austausch der Erfahrungen, welche Rückmeldungen sind bereits eingegangen, wie ist der Ablauf zu händelnSchulleitung4 Wochen nach Treffen der Vereinbarungen
Evaluation / Auswerten der ersten Kurzbefragung und Übernahme der Erkenntnisse in weitere PlanungSteuergruppeerste Evaluation nach kurzer Zeit, ca. 6-8 Wochen, dann nach längerem Zeitraum
ggf. müssen Zwischenschritte eingeplant werden (Bsp.: Einige Kinder können nicht digital arbeiten, die Ausstattung ist nicht geeignet – wie reagieren wir, um diese Kinder zu erreichen und mögliche Schwierigkeiten aufzufangen?)

Material

Qualitätszyklus | Leerraster | Checkliste