Ziele formulieren – Umsetzung planen

Qualitätszyklus der Schulentwicklung

Im Jahr 2020 standen alle Schulen vor einer neuen Schulentwicklungsaufgabe, nämlich auch in räumlicher Distanz unterrichten zu müssen. Daraus sind Impulse für die Unterrichtsentwicklung entstanden; Themen wie kognitiv aktivierende Aufgaben, wertschätzende Lernbegleitung und gelingende Kommunikation erlangten eine weitere Bedeutung.

Nachhaltige Schulentwicklung gelingt leichter, wenn sie in einem systematischen und transparenten Prozess erfolgt. Der „Qualitätszyklus der Schulentwicklung“ bietet dazu ein Instrument für die Steuerung des Prozesses als Aufgabe von Schulleitung und Steuergruppe und unterstützt den zielorientierten Diskurs im Kollegium.

Im Folgenden wird der Qualitätszyklus dargestellt und erläutert. Anhand von exemplarischen Schulentwicklungsvorhaben wird er konkretisiert. Dabei geht es keinesfalls darum, den einen richtigen Weg aufzuzeigen. Ziel ist, dass der Prozess der Qualitätsentwicklung im Sinne eines Qualitätszyklus durch die Konkretisierung nachvollzogen werden kann und die Beispiele so für eigene Schulentwicklungsvorhaben nutzbar werden. Gewählt wurden dabei Themen, die für viele Schulen auch aufgrund der Erfahrungen im Distanzunterricht eine besondere Bedeutung haben.

Zur Analyse der Ausgangssituation wird in den Beispielen auf die Checkliste der Grundschule Ideenwiese zur lernförderlichen Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht verwiesen. Sie ist zwar aus Anlass des Distanzunterrichts entstanden ist, beruht aber auf Qualitätsmerkmalen, die sowohl für den Präsenz- als auch den Distanzunterrichtgelten. Hilfreich zur Ermittlung des Ist-Standes sind auch die Reflexionsbögen, die das Unterstützungsportal zum Referenzrahmen Schulqualität zur Verfügung stellt.

Leitbild

Das Leitbild ist eine Dokumentation, in der das Selbstverständnis, die gemeinsamen pädagogischen Grundsätze und Wertvorstellungen sowie die Entwicklungsperspektiven der Schule prägnant dargestellt sind. Das Leitbild ist stets auf die Erfordernisse und Bedürfnisse der einzelnen Schule abgestimmt; an ihm orientieren sich Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung der Schule.

Schulprogramm

Das Schulprogramm enthält als Grundbestandteile eine Schuldarstellung und eine Planung der Schulentwicklung. Dabei sind die Felder Unterricht und Erziehungsarbeit unter Einbeziehung des Prinzips der umfassenden Förderung aller Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise zu berücksichtigen. Die Schulen schreiben das Schulprogramm regelmäßig fort und überprüfen die Wirksamkeit des Schulprogramms sowie den Erfolg ihrer Arbeit. (siehe BASS 14-23 Nr. 1)

Entwicklungsvorhaben

Entwicklungsvorhaben sichern die Schul- und Unterrichtsqualität. Grundlage der Planung ist die Analyse der Ausgangslage und die Entwicklung einer gemeinsamen Perspektive. In der Zielformulierung findet das Entwicklungsvorhaben seine Konkretisierung.

Ziele | SMART

Ein Ziel bildet einen erreichten Zustand in der Zukunft ab. Ein gutes Ziel ist nach der SMART-Regel formuliert:
spezifisch-konkret
präzise und eindeutig formuliert
messbar
überprüfbar durch qualitative und quantitative Indikatoren
attraktiv
durchführbar und akzeptiert
realistisch
realisierbar in Bezug auf Zeit, Kosten, Personal und Aufwand (Ressourcen)
terminiert
Zeitpunkt zur Überprüfung der Zielerreichung festgelegt

Indikatoren

Indikatoren in der schulischen Qualitätsentwicklung beschreiben präzise, woran die Zielerreichung bzw. die Realisierung einzelner Merkmale konkret erkennbar ist. Quantitative Indikatoren sind eindeutig messbar. Qualitative Indikatoren sind durch Beobachtung erfassbar. Die aus den Zielen abgeleiteten Indikatoren sind Grundlage der Evaluation.

Handlungsplanung

Die Handlungsplanung legt fest, was konkret von wem bis wann in welchen Arbeitsschritten erledigt wird. Dazu gehören die Festlegung von Projektleitung und Team mit den jeweiligen Zuständigkeiten, Befugnissen und Kommunikationswegen, Absprachen zum Informationsfluss im Kollegium sowie Klarheit über notwendige Ressourcen. Bei der Erarbeitung der Handlungsplanung sind Organisationsentwicklung, Unterrichtsentwicklung und Personalentwicklung als die drei Ebenen der Schulentwicklung mitzudenken.

Umsetzung

Die Umsetzung erfolgt auf der Grundlage der Handlungsplanung. Die Handlungsplanung wird kontinuierlich kontrolliert und reflektiert, um ggf. nachsteuern zu können.

Evaluation

Die Evaluation wird vor Beginn des Entwicklungsvorhabens („messbare“ Ziele) mitgedacht. Anhand der festgelegten Indikatoren wird überprüft, ob bzw. in welchem Umfang die Ziele erreicht wurden und ob diese ggf. modifiziert werden müssen. Evaluation dient dazu, gemeinsam Erfahrungen zu reflektieren. Evaluation liefert Erkenntnisse über ein durchgeführtes Entwicklungsvorhaben, arbeitet sie systematisch auf und dokumentiert sie. Zusätzlich hat Evaluation auch kontrollierende Wirkung und dient der Bewertung und Rechenschaftslegung. Da Evaluationsergebnisse in den Qualitätszyklus zurückfließen werden, sind sie außerdem eine wichtige Steuerungshilfe 

Verankerung

Hat sich die Umsetzung als erfolgreich erwiesen, geht es darum, die „neue“ Praxis in das Schulprogramm verbindlich aufzunehmen und zu bewahren. Eine systematische Implementierung sichert die veränderte pädagogische Praxis nachhaltig, so dass sie langfristig ein festes Element der gelebten Schulkultur wird.

Material

Unterstützungsportal Referenzrahmen Schulqualität mit Reflexionsbögen